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Vom Fach?

Viele Fotofachgeschäfte sind sowas von im falschen Fach..

Heute bin ich in ein Fotofachgeschäft spaziert, weil ich Abzüge von einigen Fotografien anfertigen lassen wollte. Normalerweise lasse ich das im Internet machen, bei einer Firma, die Laserbelichtungen mit Durst Lambda o.ä. macht. Aber da ich gerade beim Einkaufen war, dachte ich, ich probiere einmal das Fotofachgeschäft in der Nähe.

Der Verkäufer hat ziemlich verständnislos geschaut, als er meine Frage verneinte, ob die im Geschäft angebotenen Abzüge in 20x15 auch auf DIN A4 zentriert im Querformat ausbelichtet werden können. Abzüge im Querformat auf DIN A4 zentriert mit 23mm an der längsten Kante konnte er schon garnicht nicht anbieten.

Ein Blick auf das im Hintergrund herumstehende Fotolabor ließ mich zwar schon die Frage formulieren, warum das nicht geht, wo doch das Fotolabor diese Dinge durchaus erlaubt, aber ich ließ die Frage ungestellt. Eigentlich eine Gelegenheit, einen Aufpreis zu verlangen, aber von dieser Erkenntnis war beim "Verkäufer" keine Spur. 

Stattdessen fragte ich, wie lange die Abzüge haltbar sind, aber das konnte der Verkäufer auch nicht sagen. "Weiß ich nicht, ein paar Jahre, glaube ich" war seine Antwort und er schob mir ein etwa 10 x 10 cm großes Stück Fotopapier als Beispiel herüber.

Ich sagte, das Papierbeispiel läßt nicht auf Haltbarkeit und nur bedingt auf Qualität schließen. Wieder nur verständnislose Blicke. Ich bin beileibe kein Experte, was die Ausbelichtung von digitalen Fotografien angeht. Aber was dieser Zeitgenosse alles nicht wußte, ließ mich schon sehr staunen.

Es ist klar, daß viele Kunden sich mit dem zufrieden geben, was im Geschäft angeboten wird und nicht groß fragen. Aber meine Fragen sollten einer Fachkraft nicht fremd sein. Wenn "Fotofachgeschäfte" billige ungelernte Mitarbeiter beschäftigen, sind es keine Fachgeschäfte.

Schade, aber ich lasse demnächst wieder über das Internet anfertigen. Und zum Glück gibt es zudem noch Sander in Frankfurt. Ich frage mich bloß, warum das so sein muß.

Ich habe woanders dann noch zwei Packungen 280g Hochglanzpapier von HP gekauft und zwei Fotografien auf meinem alten Tintenstrahldrucker zuhause ausgedruckt. DIN A4 quer, 23mm an der längsten Kante, zentriert. Nur so als Trostpflaster.

:-D

flickr vs. Ipernity 2:1

Die Online-Gemeinde von flickr gewinnt

Ich finde das Fotosharing auf Ipernity wieder einmal ziemlich öde in letzter Zeit. Einige der wenigen verbliebenen dauerhaften Online-Kontakte scheint es komplett zu anderen Aktivitäten hingezogen zu haben.

Bei den wenigen restlichen hatte es bis vor kurzem den Anschein, als ob sie wegen des kalten, grauen Winterwetters die Lust auf das Fotografieren verloren haben. Und nun scheint es das schöne, sonnige Wetter zu sein, was die Leute mehr zu anderen Aktivitäten hinzieht.

Ich finde das schade, falls das überhaupt die Gründe sein mögen, denn Winterwetter, Sommerwetter, Aktivitäten jeglicher Art erlauben es fast immer, dabei auch Fotografien zu machen. Ob Fotografien entstehen ist eine Frage der Lust an der Fotografie, bei jedem Wetter. Ist dafür ein Interesse vorhanden, entstehen die Fotografien von allein.

In diesem Punkt bedaure ich bis heute sehr, nicht mehr auf flickr zu sein. Bei aller Kritik an der Art, wie man dort mit seinen Kunden umgeht, finden sich dort sehr viele Nutzer, die aus Spaß am Fotografieren regelmäßig und häufig aktiv sind. Und viele der dortigen Nutzer verstehen es über die Fotografie hinaus, in der Online-Gemeinde einen kleinen Teil ihres Lebens mit anderen zu teilen, gewissermaßen ihren sozialen Umgang vom realen Leben ins Netz auszudehnen und zu erweitern.

Mit der großen Zahl an Nutzern gibt es auf flickr auch eine weitaus größere Vielfalt an Fotografien, Stilen, Themen oder Techniken rund um die Fotografie und darüber hinaus. Und so viel wichtiger das wirkliche Leben mit wirklichen Freunden auch ist, läßt sich ein Austausch mit so vielen Menschen nur über das Internet erreichen.

Ich habe seinerzeit flickr verlassen, weil ich mit meinen Inhalten eine Online-Diktatur der Zensur nicht unterstützen wollte. Es war mir wohl bewußt, daß ich um den Preis einer konsequenten Haltung mir selbst gegenüber einige lieb und teuer gewordene Online-Kontakte vor den Kopf stoße, ganz zu schweigen vom Spaß, den ich selbst auf flickr hatte und den ich mit meinem Weggang aufgab.

Nun ist flickr leider immer noch so eingestellt wie vor zwei Jahren, aber ich kann nun aus Erfahrung urteilen, wie es auf flickr ist, wie es auf Ipernity ist und wie es ist, außer meinem eigenen Fotoblog überhaupt kein Fotosharing zu betreiben.

Das Ergebnis meiner 'Foto-Online-Aktivitäten' über die letzten drei Jahre ist, daß flickr mehr Spaß macht. Für mich hauptsächlich wegen der gewaltigen Vielfalt der Teilnehmer.

Ich habe beschlossen, wieder auf flickr teilzunehmen. Nicht so sehr wegen des Fotografierens, denn das betreibe ich zuallererst für mich selbst.

Aber der Austausch mit der dortigen Gemeinschaft ist trotz der Einschränkungen, die die flickr-Zensur ergibt, deutlich reicher. Ich bin enttäuscht von der deutschen Gemeinde auf flickr, die in meinen Augen zu wenig gegen die Zensur getan hat. Aber Schwamm drüber, das ändert ja nichts an meiner Einstellung zum Thema. Die Gemeinschaft auf Ipernity jedenfalls ist ziemlich dröge und hat während der vergangenen zwei Jahren nach meinem Gefühl sogar an Reiz verloren.

Für die Fotografie habe ich mein Fotoblog und so soll es auch bleiben. Aber für die Teilnahme an einer Online-Gemeinschaft werde ich wieder auf flickr aktiv. Mal sehen, wohin das führt.

Hat flickr gewonnen? Mit der anhaltenden Zensur sicher nicht, aber die Online-Gemeinde von flickr hat gewonnen.
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